Liebe Kolleginnen und Kollegen! 

Es gehört schon etwas Mut dazu, im Gemeindebrief unangenehme Themen anzusprechen. Schließlich soll der Gemeindebrief einladenden Charakter haben und ist daher im Ton freundlich gehalten. Kein Leser soll vergräzt oder gar verletzt werden.
Trotzdem gibt es Anlässe, die es rechtfertigen, auch mal deutlich zu werden. Zu den Grundprinzipien der evangelischen Publizistik gehört es seit jeher, Flagge zu zeigen und Dinge beim Namen zu nennen – nicht nur in den großen ethischen Fragen, sondern, wo es nötig ist, auch auf der Ebene der Kirchengemeinde.
Ich denke zum Beispiel an das schmerzhafte Thema „Kirchenaustritte“. In einem Gemeindebrief fand ich dazu die bemerkenswert offene Einlassung eines Pfarrers. Natürlich nennt er nicht die Namen der Ausgetretenen, aber er schreibt: „Gerade in (Ortsname) sind Hauptverdiener der Familien im Vergleich zu allen anderen Gemeinden im Raum (Name der Region) überdurchschnittlich oft aus der Kirche ausgetreten. Gleichwohl wird wie selbstverständlich der kirchliche Dienst für Kinder und weitere Familienangehörige erwartet. Jeder, der mit demselben Gedanken spielt, sollte sich die Konsequenz seiner Entscheidung deutlich machen. Mit seinem Austritt bekundet er faktisch der Kirchengemeinde vor Ort: Auf eure Existenz und euren Dienst kann ich verzichten. Ich entziehe euch die materielle Basis. Das in letzter Konsequenz so hinnehmen zu müssen, tut weh. Ich frage: Ist das wirklich gewollt?“
Vermutlich hat der Beitrag zu harten Diskussionen in dem betreffenden Ort geführt. Und das ist gut so. Denn nur ein Gemeindebrief, der klar Stellung bezieht, wirkt. Deshalb die Ermutigung: Greifen Sie in Ihrem Blatt auch umstrittene Themen auf. Weichen Sie nicht auf Allgemeinplätze aus. Argumentieren Sie in Sachfragen für die kirchliche Position und sprechen Sie auch unangenehme Wahrheiten aus. Die Leser (nicht alle!) werden es Ihnen danken.

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Es grüßt herzlich

Lothar Simmank
blickkontakt - Redaktion